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Jeder, der Deponia auf Deutsch gespielt hat, wird ihre Stimmen kennen: Rufus, Argus und Cletus. Doch wer ist eigentlich derjenige, der diesen drei Charakteren seine Stimme schenkt? Der Mann, von dem ich nun ein bisschen erzählen möchte, heißt Monty Arnold.

Vor ein paar Wochen war ich für das Skylanders Wiki auf der Suche nach deutschen Synchronsprechern. Mich erinnerten die Stimmen von drei Charakteren sehr stark an die von Rufus und Co. Ich dachte also daran, Monty Arnold, dem Synchronsprecher der drei Deponia-Charaktere, in einer E-Mail danach zu fragen. Bedauerlicher Weise lag ich falsch, was wohl an der leicht veränderten Tonwiedergabe durch meinen Gamepad-Lautsprecher lag. Dann kam mir jedoch der Gedanke, Monty ein paar Dinge zu fragen, die mich schon lange interessierten. Und dann telefonierten wir.

Monty erzählte mir von seiner Karriere. Er hatte keine Ausbildung als Synchronsprecher oder gar als Schauspieler durchlebt; seine vorherigen Erfahrungen sammelte er nur durch das Kabarett. Auf diesen neuen Berufszweig, also den des Synchronsprechers, kam er durch Kontakte. Jemand hatte ihn durch seine Comedy-Auftritte erlebt und schließlich für eine Synchronrolle eingeladen. So entwickelte sich seine Karriere. An dieser Stelle merkt man, dass man durch gute Kontakte so einiges erreichen kann, doch darf natürlich auch das Talent nicht fehlen.

Im Verlauf des Gesprächs erklärte mir Monty, wie solche Aufnahmen in einem Synchronstudio ablaufen. Eine Aufnahmesession dauert, je nach Projekt, logischer Weise unterschiedlich lange. Meistens müssen mehrere Sessions stattfinden, um alle Inhalte zu erfassen und die Vorstellungen der Regie zu erfüllen. Ich hatte mir immer vorgestellt, dass dies recht lange dauern kann, aber in Wahrheit sind diese Aufnahmen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen erledigt.

In der Regel bekommt der Sprecher seinen Text, spricht ihn vor und findet sich nach Anleitung, z. B. durch die Regie, Schritt für Schritt in die Rolle ein. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Sprecher größere Freiheiten bekommen. So war es bei Deponia: Wenn auf dem Skript etwas stand, durfte Monty auch mal das ein oder andere Wort oder ganze Satzpassagen ändern. So hat Monty den Charakter Rufus nicht nur durch seine Stimme, sondern auch durch seine abgewandelten Aussagen geformt. Er hat ihm sozusagen den letzten Schliff gegeben.

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Aufnahmen von Spielen unterscheiden sich auch oft von Fernseh- oder Filmaufnahmen in der Hinsicht, weil Sprecher nicht direkt miteinander reden, sondern allein in den Aufnahmeräumen der Studios sitzen. Monty findet das sehr schade, betont aber, dass es zum Beruf gehört und meist einfach nicht anders geht – gerade bei Spielen wie Deponia. Schließlich hat man dort mehrere Auswahlmöglichkeiten für Dialoge, die teilweise zu komplett anderen Situationen führen. Hierfür werden dann auch die Sprachclips einzeln aufgenommen und später zu der jeweils richtigen Situation zugeordnet. Alles andere wäre viel zu zeit- und kostenaufwändig.

Bei dieser Vorgehensweise lässt sich auch erklären, warum sich Unterhaltungen bei manchen Synchronisationen so anhören, als würden die beteiligten Charaktere nicht wirklich miteinander reden – das tun die Sprecher schließlich in der Realität auch nicht, wie man vielleicht zuerst dachte.

Weiterhin habe ich Monty gefragt, ob es Ähnlichkeiten zwischen Rufus und ihm gibt. So mancher Sprecher identifiziert sich schließlich sehr mit der einen oder anderen Rolle. Monty hingegen sagte ausdrücklich, dass Rufus und er zwei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten haben. Das merkte ich auch beim Gespräch, denn Monty ist wahrlich kein Typ, der nur an sich denkt. Trotzdem konnte ich feststellen, dass beide einen ähnlichen Humor haben.

Das Gespräch fand ich sehr interessant. Monty ist ein wirklich einzigartiger Mensch und noch dazu hat er mir ein paar interessante Dinge mitgeteilt. Beispielsweise zeichne ich sehr gerne, doch fehlt es mir manchmal einfach an Motivation oder ich bin unzufrieden mit dem, was ich mache. Monty meinte zu mir, ich sollte immer alles aufzeichnen und wenn ich keine Lust mehr habe, das gezeichnete einfach wegpacken. Dann gerät es in Vergessenheit und irgendwann krame ich es heraus und es geht weiter. Das habe ich tatsächlich vor ein paar Tagen erlebt, als ich zufällig eine alte, unfertige Skizze zwischen meinen Unterlagen entdeckt habe und mich fragte: „Warum habe ich das nicht weiter gemacht?“

Wer so wie ich jetzt, und Monty damals, auf dem Land lebt und etwas aus sich machen will, sollte laut ihm schnellstmöglich in die Stadt ziehen. Und damit meint er nicht die nächste Kleinstadt um die Ecke, sondern eine beliebige Großstadt. Klar, das Internet bietet viele Möglichkeiten um gerade auf künstlerische Weise bekannt zu werden, das sieht man z. B. auf YouTube oder DeviantArt. Allerdings ist das auch alles andere als einfach und oft mit sehr viel Glück verbunden.

An dieser Stelle möchte ich Monty noch einmal meinen herzlichen Dank für dieses interessante sowie informative Gespräch aussprechen: Danke, Monty!

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